Podcasting birgt vor allem aufgrund der Zielgruppengenauigkeit ein großes wirtschaftliches Potential in sich. Bislang produzieren die meisten Podcaster in Deutschland ohne jeglichen Lohn an ihren Podcasts. In den USA können sich aber bereits einige Podcaster mit ihrem Hobby ihren Lebensunterhalt finanzieren. Wie aber kann man mit Podcasting Geld machen?
Eine Möglichkeit wurde bereits mehrfach angedeutet: Werbung. Werbung in Podcasts sind häufig Jingles wie im Radio. Immer wieder aber begegnet man einer völlig anderen Art der Werbung: So erzählt der Podcaster beispielsweise scheinbar beiläufig, was er gerade so trinkt und schwärmt seinen Hörer von dem Produkt vor (Vgl. Hornig 2006, S. 72). Von dieser sehr persönlichen Art der Werbung erhoffen sich die Finanziers einen größeren Erfolg der Werbung. Aber auch in Hinblick auf die Zielgruppen-genauigkeit hat die per Podcasting veröffentlichte Werbung größere Chancen, von den interessierten Hörern tatsächlich wahrgenommen zu werden. So sollte das zu bewerbende Produkt stets zum Inhalt des Podcasts passen. Dennoch wollen viele Unternehmen ihre Werbung nur in Podcasts veröffentlichen lassen, die eine bestimmte Mindesthörerzahl haben. Als unbekannter privater Podcaster wird es also schwierig sein, sich durch Werbung finanzieren zu lassen.
Ähnlich sehen die Chancen für freie Podcaster im Bereich Sponsoring aus. Auch hier erwarten die Firmen hohe Hörerzahlen. Die Hörerquoten werden über den Hosting-Dienst gezählt. Im Gegensatz zur Werbung wird das finanzierende Unternehmen lediglich als Sponsor genannt. Wenn der Podcaster doch mal Positives von seinem Sponsor erzählt, so ist das authentisch und wird nicht extra bezahlt (Vgl. Rubens 2006, S. 93).
Eine Möglichkeit, auch als unbekannter Podcaster eine eher kleine Finanzspritze zu erhalten, sind Spenden. Wie die Podcastumfrage gezeigt hat, würden immerhin 35% der Hörer ihren Lieblingspodcast auch mit durchschnittlich vier Euro im Monat bezahlen. Aber auch so kann man ohne große Hörermassen nicht reich werden, schließlich stellt der eigene Podcast nicht für jeden Hörer den Lieblingspodcast dar.
Eine weitere Möglichkeit der Finanzierung sind Affiliates. Dies können jedoch nur Podcaster nutzen, die eine Homepage zu ihrem Podcast haben. Bequemerweise postet der deutsche Podhosting-Dienst „Podhost“ automatisch die Beschreibung des hochgeladenen Podcasts in einen eigenen Blog, so dass man ohne zusätzliche finanzielle und zeitliche Investitionen zu einer Homepage kommt (Rubens 2006, S. 46). Affiliates sind kleine Anzeigen, die den Homepage-Besucher auf eine Partnerinternetseite führen. Die Clicks der Besucher auf der Podcast-Seite werden registriert und sobald es zum Kauf eines Produktes kommt, erhält der Podcaster 4-8% Provision. Damit dies möglichst erfolgreich ist, sollten auch die Affiliates an den Podcast angepasst sein. Für Musikpodcasts passt fast immer ein Affiliate zu iTunes, Amazon und JPC Das Affiliate-System lohnt sich jedoch nur, wenn die Besucherzahlen auf der Podcast-Seite sehr hoch sind.
Im Prinzip richtet sich die Finanzierungshöhe immer nach dem Bekanntheitsgrad der Podcasts. Hier können sich die Podcaster mittels so genannter „Promos“ (Rubens 2006, S. 79) untereinander helfen, den Hörerkreis zu vergrößern. Diese MP3-Kommentare verweisen, wenn sie in idealerweise themenähnlichen Podcasts veröffentlicht werden, auf den eigenen Podcasts und fungieren wie eine Art Eigenwerbung.
Podcasting wird sich aber auch in Deutschland zunehmend durchsetzen, so dass die wirtschaftliche Kraft mit den Hörerzahlen steigt. Damit wird sicher auch in Deutschland bald manch Podcaster über eine Aufwandsentschädigung bzw. finanzielle Unterstützung für die technische Ausrüstung hinaus verdienen.
Anders sieht es natürlich bei den kommerziellen Podcasts aus, für welche eigens Moderatoren engagiert werden. Hier gibt es keinen einzelnen Podcaster an sich, der die Sendung plant, moderiert, aufnimmt, bearbeitet und ins Netz stellt. Solche Podcasts sind direkt von einer Firma in Auftrag gegeben, nach der der Podcast benannt wird – ein klassisches Beispiel wäre der Mercedes Benz Podcast. Hier kann man also nicht von Werbung oder Sponsoring reden, da der gesamte Podcast ohne einzelne Werbespots als Werbemittel gedacht ist.