Wirtschaftliche Aspekte

Die Zielgruppen

Überlegungen zu der Zielgruppe von Podcast-Sendungen sind ein wichtiger wirtschaftlicher Aspekt für die Podcast-Branche. Hiervon ist beispielsweise die Finanzierung des Podcasts abhängig. Viele Podcasts, insbesondere die privaten Musikshows, werden gar nicht finanziell unterstützt. Doch mit Bekannterwerden des Podcastings in wirtschaftlichen Kreisen steht auch in Deutschland eine bessere finanzielle Lage für Podcaster in Aussicht.
Podcasting ist global empfangbar – überall dort, wo es eine einigermaßen schnelle Internetverbindung gibt. Eine Alternative bildet das Phonecasting. Hier kann man Podcasts über bestimmte Telefonnummern am Telefon hören. Dies ist jedoch noch nicht sehr verbreitet (Vgl. Rubens 2006, S. 14). Die Voraussetzung, jene Technologien zur Verfügung zu haben, schränkt die Hörerzahl zwar unter demographischem Aspekt enorm ein. Demgegenüber hat ein herkömmlicher Radiosender jedoch Einschränkungen hinsichtlich des Sendegebietes. Während sich also ein Radiosender auch über die Regionalität und innerhalb der Region über das Alter und den Musikgeschmack der Zielgruppe definiert, können Podcaster weltweit alle Internetnutzer sehr viel themenspezifischer bzw. interessenspezifischer ansprechen.
Unter www.podcastumfrage.de sind Umfrageergebnisse  zweier Studien aus den Jahren 2005 und 2006 veröffentlicht worden, die den durchschnittlichen deutschen Podcasthörer ausfindig machen wollen. An der zweiten Umfrage haben sich 3.023 Leute beteiligt. Hiernach sind die Podcasthörer in Deutschland im Durchschnitt 29,4 Jahre alt und zu 82% männlich. Erstaunlicherweise haben sogar 45% aller über 20-jährigen Hörer einen Hochschulabschluss. Von ihrem Lieblingspodcast erwarten die Hörer, dass er mindestens wöchentlich erscheint. Die Dauer der Sendung sollte idealerweise im Schnitt 19,1 Minuten betragen. Solche Angaben sind für den Podcaster von großer Bedeutung, um seine Sendung auf Dauer für die Hörer interessant zu gestalten. Aber auch Firmen, die in Podcasts ihre Werbung veröffentlichen wollen oder sich durch Sponsoring beliebter machen wollen, interessieren sich in erster Linie für die Hörerschaft der Podcasts. Lediglich 27 % aller Hörer entschieden sich gegen Werbung in Podcasts, während 72% Werbung akzeptieren würden. Immerhin 35 % der Hörer wären bereit, für ihre Lieblingssendung zu bezahlen. Mit diesem Wissen kann sich der Podcaster mit viel größerer Sicherheit auf die Suche nach angemessenen Finanzierungsmöglichkeiten für seinen Podcast begeben.
Weiterhin ergab die Umfrage: Ein Viertel aller Hörer hört Podcasts ausschließlich auf dem MP3-Player, während ein weiteres Viertel hingegen die MP3-Sendungen ausschließlich am PC konsumiert. Der Rest hört Podcasts sowohl am PC als auch unterwegs über den MP3-Player. Für Apple bedeutet dieses folgendes: Das Podcast-Angebot im iTunesStore bringt zwar kein Geld ein, Apple erhofft sich jedoch, dass mit der Verbreitung von kostenlosen und speicherintensiven Podcasts der Bedarf an Speicherkapazität wächst und somit mehr iPods mit größerem Speicherplatz verkauft werden können (Vgl. Van Aaken 2005, S. 24f., vgl. auch Rubens 2006, S. 5f.). Scheinbar geht das Konzept tatsächlich auf, sonst wäre der iTunesStore ähnlich wie die Onlinestores bei den großen Plattenfirmen wohl bereits wieder aufgegeben worden.
Die wirtschaftliche Bedeutung, die die genauere Kenntnis über die Zielgruppe beinhaltet, sollte also nicht unterschätzt werden.