Die allerersten Podcast-Shows haben sich eher um das Podcasten selbst gedreht – z.B. darüber, welche Mikrophone und Programme oder auch welche Inhalte empfehlenswert seien. Diese Themen waren verständlicher-weise nicht lange unterhaltsam – vor allem nicht für Hörer, die ausschließlich Podcast-Konsumenten sind, also keinen eigenen Podcast haben. Ziemlich bald haben sich weitere Podcasttypen herausgebildet, die nun nachfolgend mit einigen Beispielen erläutert werden (Vgl. Van Aaken 2005, S. 17f.).
Die Mehrheit aller Podcasts sind Personality-Podcasts. Hier teilt der Podcaster seine persönlichen Meinungen, Empfehlungen und Erfahrungen mit und plaudert gewissermaßen „über Gott und die Welt“. Für das Podcasting allgemein werden sie häufig als repräsentativ gesehen, da hier der Grundgedanke, dass jeder Podcast-Radio machen kann, durch die starke Personenbezogenheit deutlich wird. Der Podcaster zeigt sich als Persönlichkeit, in dem er auch von sich selbst redet. Umso weniger nimmt man es ihm übel, wenn er kleine Fehler macht, z.B. wenn er einen Beitrag zu früh einspielt. Annik Rubens, deren „Schlaflos in München“ für Deutschland den Vorzeige-Personality-Podcast darstellt, hat ähnlich unprofessionell begonnen. Nachdem sie sich mit neuerer Technik eingekleidet hat und einige Erfahrungen gesammelt hat, berichtet sie: „Bei ‚Schlaflos in München’ regten sich sogar einige Hörer auf […] – ich sei zu professionell geworden, hieß es dann, das sei kein Podcast mehr“ (Rubens 2006, S. 51).
Des Weiteren gibt es Themen-Podcasts. Hier werden z.B. Erziehungshilfen, Kochtips oder auch Sprachkurse in diversen Sprachen dargeboten. Wissenschaft, Technik, Politik, Kultur – über sämtliche Bereiche kann man hier den passenden Podcast finden. Der Begriff des Edutainment – eine Kunstwort aus Education und Entertainment – ist auf Themen-Podcasts sehr treffend. In diese Kategorie fallen auch sämtliche Podcasts, die von Universitätseinrichtungen betrieben werden. Hier wird die Casting-Technologie sinnvoll genutzt, in dem Vorlesungen aufgenommen und zum Abonnieren online gestellt werden. Aber auch auf Musik bezogene Themen-Podcasts gibt es (Vgl. Shipside 2005, S. 75ff.). Die vielfältige Auswahl reicht von Podcast-Lektionen an diversen Instrumenten wie beispielsweise der Podcast Guitar-TV mit Reinhold Pomaska über musiktheoretische Sendungen bis hin zu Podcasts zur Musikgeschichte. In den USA gibt es ein noch breiter gefächertes Angebot, wie beispielsweise die umfassenden Pandora Podcast Series, in denen diverse musikalische Themen besprochen werden wie Gitarreneffekte, der Groove beim Salsa oder auch Harmonielehre für Anfänger. Die meisten musikspezifischen Themen-Podcasts sind thematisch bei der Popmusik angesiedelt, da dies – wie verschiedene Podcast-Charts zeigen – die beliebtere Musikrichtung auch unter den Podcasthörern ist. Podcasts zu klassischer Musik sind häufig wiederverwertete Sendungen aus dem Klassikprogramm des Rundfunks.
Im Bereich Musik gibt es außerdem einerseits reine Musikpodcasts ohne Moderation, wie den Starfrosch-Podcast mit mehreren Podcastserien für einzelne Genres der Popmusik, oder beispielsweise auch den Munichsessions-Podcast, in dem ausschließlich Live-Mitschnitte zu hören sind. Demgegenüber gibt es auch Radioshows mit Moderation im klassischen Radiostil. Solche Podcasts erinnern sehr an jene früheren Radiosendungen, in denen die Moderatoren noch ihre eigenen Musik-CDs ins Studio mitgebracht und mit aufrechter Begeisterung kommentiert haben. Auch hier sind Podcasts zu Popmusik präsenter als zu klassischer Musik. Insgesamt stellen Musikpodcasts jedoch nur einen geringen Teil unter allen Podcasts dar.
Neuerdings haben sich auch Hörspiele und Podcast-Novelas herausgebildet, wie etwa der „Liebe im ersten Semester“-Podcast, welcher zusätzlich bei den Radiosendern RS2, Radio SAW, Radio PSR und der Landeswelle Thüringen ausgestrahlt und beworben wird.
Was die meisten Podcasts aus allen Kategorien vereint, ist der Einsatz von Musik. In vielen Personality-Podcasts gibt es einen „Erkennungssong“ oder ein Musikbett. Auch wird in den meisten Themen-Podcasts Musik zur Untermalung benötigt und verständlicherweise kommen auch die wenigsten Podcast-Hörspiele ohne Musik aus.