Die Technologie, die hinter dem Prinzip des Podcasting steht, ist aber nicht unbedingt neu. Das MP3-Format gibt es schon seit nunmehr elf Jahren. Das elektronische Nachrichtenformat RSS („Really Simple Syndication“), mit dessen Hilfe Webinhalte abonniert und in andere Webseiten integriert werden können, existiert bereits seit 1999. Dave Winer, Vater des RSS-Formates, leistete damit die Vorarbeit zum Podcasting (Vgl. Van Aaken 2005, S. 12). 2004 gelang es dem ehemaligen MTV-Moderator Adam Curry schließlich, die bereits existierenden Mittel so zu modifizieren, dass nun das automatische Herunterladen von Mediendateien möglich wurde (Vgl. Rubens 2006, S. ix). Begünstigt wurde die Entwicklung des Podcastings durch die Verbesserung der Internetsituation: die Kosten für DSL und Flatrates sind gesunken, so dass die Nutzung von schnellen Internetzugängen stark zugenommen hat – eine Voraussetzung, um die teilweise recht großen Datenmengen der Sendungen auch in angemessener Zeit herunterladen zu können.
Postwendend wurden die ersten Podcasts produziert – mit als erstes der „Daily Source Code“ von Adam Curry. Im Juni 2005 verhalf Apple dem Podcast-Geschäft zu einem großen Schritt in die Öffentlichkeit: Seit diesen Zeitpunkt wird in dem Mediaplayer iTunes das Abonnieren von Podcasts unterstützt. Außerdem bietet iTunes seitdem ein Podcast-verzeichnis aller dort angemeldeten Podcasts an. Damit übernahm iTunes die Funktion eines so genannten Podcatchers, auch Podclient oder Podgrabber genannt. Zuvor gab es bereits andere solcher Programme (Vgl. Rubens 2006, S. 12). Da iTunes aber als Musikverwaltungsprogramm auch unter Musikliebhabern weit verbreitet war, die Podcasting bisher nicht kannten, wurden mit einem Schlag sehr viele Nutzer auf den neuen Medienkanal aufmerksam.