Fazit und Quellen

Fazit

Wie wir sehen konnten, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, bei der Datierung von musikalischen Werken vorzugehen. Wie genau und wie sicher das Ergebnis sein mag, ist immer von dem speziellen Fall abhängig. Danach richtet sich die Auswahl der Methoden. Datierungen nach internen Kriterien sind dabei eher als nicht sehr verlässlich anzusehen, da sie auf Unterschätzungen oder Überschätzungen der Kompositionsvielfalt oder des kompositorischen Fortschritts des Komponisten basieren können. Sofern es möglich ist, sollte daher immer ergänzend eine kodikologische Analyse durchgeführt werden.
Die dokumentarische Datierungsmethode erweist sich häufig als einfach und schnell zum Ziel führende Möglichkeit. Sofern mehrere Belege auf ein und denselben Entstehungszeitpunkt deuten, wird dieser kaum noch widerlegbar sein. Wie der Datierungsfall von Beethovens Hammerklaviersonate jedoch gezeigt hat, können auch Dokumente des Komponisten selbst in Zweifel gezogen werden.
Kodikologische Untersuchungen sind vielversprechende Methoden, die durch eine gründliche, systematische Vorgehensweise schnelle Ergebnisse ermöglicht. Außerdem ist die Kodikologie im Gegensatz zu den anderen Datierungsmethoden noch weiterentwicklungsfähig. So könnte zum Beispiel die gezielte Forschung in Hinblick auf chemische Tintenanalysen irgendwann noch genauere Datierungen ermöglichen. Schließlich ermittelt man mit der Datierung der Tinte den exakten Zeitpunkt des Beschreibens.
Für bestimmte Fälle, z.B. dort, wo weder Autograph noch Stichvorlage, Skizzen oder dokumentarische Belege verfügbar sind, wird es jedoch wohl nie zufriedenstellende Datierungen geben. Umso wichtiger ist es, dass sich die Methoden nicht gegenseitig ausschließen, sondern ergänzen. Die sichersten und genauesten Resultate erzielt man immer, in dem man mehrere Datierungsmethoden kombiniert.